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Materialprüfanstalt Brandenburg GmbH

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Perchlorat im Gespräch

Analytik von Perchlorat

Pflanzenschutzmittel und Düngemittel in Lebensmitteln

Perchlorat kann nicht mittels der bei Obst und Gemüse üblichen Multimethoden detektiert werden. Wir verfügen über hochempfindliche Sondermethoden zur Bestimmung von Perchlorat, die speziell hinsichtlich Lebensmitteln, Pflanzenstärkungsmitteln, Pflanzenhilfsmitteln oder Düngemitteln optimiert wurden.

Wir bestätigen die Qualität ihrer Produkte auf Wunsch durch ein Testzertifikat.

Kontamination von Lebensmitteln durch Perchlorate?

Perchloratbelastungen werden seit langem in den USA beobachtet, kontrovers diskutiert und zunehmend als kritisch betrachtet. In jüngster Zeit sorgten erhöhte Gehalte an Perchlorat in Lebensmittelproben in Europa für Beunruhigung.

Perchlorat, ein natürlich wie auch durch menschliche Aktivität entstehendes Anion (Cl O4-) besteht aus vier an ein Chloratom gebundenen Sauerstoffatomen. Es entsteht natürlich durch oxidative Prozesse in der Atmosphäre und lagert sich mit Staub an der Erdoberfläche ab, wo es sich in regenarmen Gebieten (Wüsten) anreichern kann. Regionen mit perchlorathaltigen Ablagerungen sind insbesondere in New Mexico, im bolivianischen Hochland, Kalifornien und West-Texas nachgewiesen. Das größte bekannte natürliche Perchlorat-Reservoir befindet sich in der chilenischen Atacama-Wüste, deren Natriumnitrat - reiche Calicheerze (Chilesalpeter) seit 1830 (Produktionsspitze 1930) zur Düngemittelherstellung verwendet werden. Bodenproben dieser Region enthielten bis zu 250 mg Perchlorat / kg, ähnliche Werte wurden in Stickstoffdüngern aus Chilesalpeter gefunden. Abgesehen von Ka-Perchlorat sind Perchlorate gut wasserlöslich und gelangen durch Regen ins Grundwasser, wo sie verhältnismäßig stabil sind.

Industriell werden große Mengen von Ammonium-, Natrium- und Kaliumperchlorat hergestellt und für Raketenfesttreibstoffe, Feuerwerk, Fackeln, Sprengstoff, Düngemittel, Bleichmittel oder Batterien verwendet, woraus sie in die Umwelt freigesetzt werden und insbesondere Grund- und Oberflächenwasser belasten können. Durch Analyse der Isotopenverhältnisse kann zwischen Perchlorat aus industrieller Herstellung und solchem natürlichen Ursprungs unterschieden werden.

Toxikologie / Umwelt

Eine Aufnahme ist beim Menschen oral über Trinkwasser und Nahrung möglich. Eine Exposition des Menschen gegenüber hohe Dosen von Perchlorat kann die Schilddrüsen-Funktion stören. Bei Erwachsenen besitzt die Schilddrüse eine wichtige Rolle für den Stoffwechsel, die Herstellung und Speicherung von Hormonen, hat Auswirkungen auf die Herzfrequenz, den Blutdruck, die Regulation der Körpertemperatur und die Rate, mit der Nahrung in Energie umgewandelt wird. In Föten und Kleinkindern sind Schilddrüsenhormone entscheidend für ein normales Wachstum und Entwicklung des zentralen Nervensystems. Befürchtete Auswirkungen auf die Hormonproduktion der Schilddrüse wurden 2007 in Kalifornien Grundlage eines PHG (Public Health Goal) von maximal 6µg/L Trinkwasser, in Massachusetts von 2 µg/L. Die EPA (US Environmental Protection Agency) hat ein "Interim Drinking Water Health Advisory von 15µg/L aufgestellt. Es existieren Bestrebungen, diesen Wert zu senken.

Perchlorat ist wegen seiner hohen Löslichkeit und Mobilität im Grundwasser, wo es durch relativ inertes Verhalten über längere Zeit persistiert, ein sensibles Thema. Perchlorate sind allgegenwärtig und als Spuren auch im Lebensmittelkreislauf angekommen. So kann man Perchlorate in Trinkwasser, Milchprodukten und vielen anderen Produkten wiederfinden. Die aktuellen Auswertungen von frischem Obst und Gemüse zeigen, dass Perchlorat besonders in Tomaten, Kräutern, Blattsalaten und Tomaten, vielfach auch in Gurken, Zitrusfrüchten, Erdbeeren, Paprika, Zuccini, Bohnen, Kartoffeln, Karotten, Fenchel und anderem nachweisbar ist. Es zeigen sich bislang keine auffälligen Unterschiede der Belastung nach Herkunftsländern.

Weitere Hinweise


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Dr. Peter Schumacher +49 (0) 3334 65 –559
Dr. Robby Wegner +49 (0) 3334 65 –449

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